
Was Sie vor dem Kauf eines Unternehmens recherchieren sollten
Sorgfältige Prüfung als Fundament für eine erfolgreiche Geschäftsübernahme
Der Kauf eines Unternehmens ist eine strategische Entscheidung mit erheblichen wirtschaftlichen und rechtlichen Implikationen. Eine Unternehmensübernahme kann sowohl ein lohnender Einstieg in eine etablierte Marktposition sein als auch ein risikobehaftetes Unterfangen – abhängig von der Qualität der Vorbereitung.
Ein zentrales Instrument im Vorfeld jeder Firmenübernahme ist die sogenannte Due-Diligence-Prüfung. Ziel dieser sorgfältigen Analyse ist es, potenzielle Risiken zu identifizieren, Bewertungsgrundlagen zu schaffen und die Transaktionsstruktur vorzubereiten. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Aspekte Sie vor dem Abschluss einer Übernahme intensiv prüfen sollten.
1. Finanzielle Verhältnisse analysieren
Die Beurteilung der finanziellen Lage bildet das Rückgrat jeder Unternehmensbewertung. Im Rahmen der Financial Due Diligence sollten folgende Unterlagen angefordert und ausgewertet werden:
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Jahresabschlüsse der letzten fünf Geschäftsjahre
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Gewinn- und Verlustrechnungen (GuV)
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Steuererklärungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer)
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Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (inkl. Kreditverträge)
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Debitoren- und Kreditorenlisten
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Zahlungsflüsse (Cashflow-Analysen)
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Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten
Auf Basis dieser Daten lässt sich der unternehmenswert ermitteln – etwa mittels Ertragswertverfahren oder Discounted-Cashflow-Methode (DCF). Lassen Sie idealerweise die Firmenbewertung berechnen durch einen unabhängigen Experten, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
2. Mietverhältnisse und Standortsicherheit prüfen
Befindet sich das Unternehmen in gemieteten Räumlichkeiten, ist eine sorgfältige Analyse der Mietverträge unerlässlich. Prüfen Sie insbesondere:
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Laufzeit und Verlängerungsoptionen
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Zustimmungserfordernisse des Vermieters bei Gesellschafterwechsel
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Übertragbarkeit bei einem Asset Deal
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Nebenkostenregelungen und instandhaltungsbezogene Verpflichtungen
Gegebenenfalls kann eine Neuverhandlung des Mietvertrags sinnvoll sein – etwa zur Reduzierung der Mietkosten oder Verlängerung der Laufzeit, um Planungssicherheit zu gewährleisten.
3. Vermögenswerte und Inventar bewerten
Zum Unternehmensvermögen zählen sowohl materielle als auch immaterielle Wirtschaftsgüter. Diese sind im Rahmen der Asset Due Diligence zu bewerten:
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Maschinen, Fuhrpark und technische Anlagen (Zustandsprüfung ggf. durch Sachverständige)
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Lagerbestände und Vorräte (Verwertbarkeit und Marktgängigkeit)
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Leasingverträge (Übernahmefähigkeit, Vertragslaufzeiten)
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Schutzrechte, Lizenzen, Marken und Domains
Achten Sie darauf, dass keine überalterten oder nicht verwertbaren Vermögenswerte im Kaufpreis enthalten sind. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Kaufpreisermittlung und die spätere Post-Merger-Integration aus.
4. Kaufpreisstruktur und Garantievereinbarungen
Ein pauschaler Kaufpreis birgt Risiken, insbesondere bei später entdeckten Mängeln. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine gestufte Kaufpreiszahlung. Folgende Instrumente haben sich bewährt:
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Earn-out-Klauseln (an künftige Geschäftsentwicklung gekoppelte Preisbestandteile)
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Verkäuferdarlehen zur Überbrückung von Finanzierungslücken
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Kaufpreisrückbehalte für potenzielle Gewährleistungsansprüche
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Garantieerklärungen über die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben des Verkäufers
Diese Komponenten dienen nicht nur der Risikosteuerung, sondern sind oft Voraussetzung für eine bankenfinanzierte Firmenübernahme.
5. Informationsbereitstellung systematisieren
Neben öffentlich zugänglichen Quellen – wie dem Handelsregister, dem Transparenzregister oder Grundbuchauszügen – ist der bisherige Inhaber die primäre Informationsquelle. Fordern Sie ein professionell aufbereitetes Informationsmemorandum an, das folgende Inhalte enthalten sollte:
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Historie und Struktur des Unternehmens
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Organigramm und Zuständigkeiten
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Kunden- und Lieferantenstruktur
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Personalübersicht und Arbeitsverträge
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Strategische Potenziale und bestehende Risiken
Ein strukturierter Informationsfluss ist Grundvoraussetzung für eine verlässliche Entscheidungsfindung und erfolgreiche Verhandlungen. Professionelle Plattformen wie firmenzukaufen.de bieten darüber hinaus geprüfte Angebote Unternehmensverkäufe sowie Tools zur Beratung beim Unternehmensverkauf.
Fazit: Gründliche Vorbereitung ist die halbe Transaktion
Ein bestehendes Unternehmen zu kaufen ist eine anspruchsvolle, aber hoch attraktive Option für Gründer, Investoren und strategische Käufer. Wer sorgfältig prüft, Risiken identifiziert, den unternehmenswert ermittelt und professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt, erhöht seine Chancen auf eine erfolgreiche Unternehmensübernahme deutlich.
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